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Krankenhaustagegeldversicherung für Hartz-IV-Empfänger nutzlos

Krankenhaustagegeldversicherung für Hartz-IV-Empfänger nutzlos
Wer Leistungen nach dem ALG II bezieht und eine Krankenhaustagegeld-Versicherung hat, sollte diese für den Zeitraum des Hartz-IV-Bezuges stilllegen lassen. Denn diese Versicherung macht in dieser Situation keinen Sinn. Krankenhaustagegeld wird nämlich als Einkommen angerechnet. Das hat das Bundessozialgericht im Jahr 2011 entschieden (Az.: B 4 AS 90/10R). Die Krankenhaustagegeldversicherung zahlt für jeden Tag eines vollstationären Krankenhausaufenthalts den im Vertrag vereinbarten Betrag. Gedacht ist dieses Geld für die Erstattung von Aufwendungen, die von der Krankenversicherung nicht getragen werden. Das Bundessozialgericht hat in seinem Urteil vom 18. Januar 2011 entschieden, dass der Versicherte das Krankenhaustagegeld nicht zwingend für Aufwendungen nutzen muss, die ihm durch den Krankenhausaufenthalt entstehen. Da der Hartz-IV-Empfänger frei über dieses Geld von der Versicherung verfügen kann, ist es als Einkommen zu werten. Übrigens spielt es keine Rolle, ob diese Versicherung aus eigenen Einkünften oder von der staatlichen Unterstützung finanziert wird. Wer eine solche Versicherung abgeschlossen hat (auch schon vor dem Hartz-IV-Bezug) sollte seinen Versicherer kontaktieren und über Möglichkeiten der Kündigung oder Stilllegung sprechen. Denn außer Kosten bringt die Krankenhaustagegeldversicherung während des ALG-II-Bezugs nichts. 
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