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Zeitarbeit – politisch gewollter und geförderter Sklavenmarkt?

Zeitarbeit – politisch gewollter und geförderter Sklavenmarkt?
Immer wieder werden Langzeitarbeitslose mehr oder weniger zur Vorstellung bei Zeitarbeitsfirmen gezwungen. Wer sich weigert, wird sanktioniert. Hartz-IV-Empfänger, die in eine Zeitarbeit vermittelt werden, verschwinden vorübergehend aus der Arbeitslosenstatistik. Aber eben nur kurzfristig. Denn die privaten Personaldienstleister verleihen „ihre“ Arbeitskräfte an Unternehmen, meist zeitlich befristet. Da die Bundesagentur für Arbeit diese Vermittlungstätigkeit auch noch bezuschusst, ist dies für alle Beteiligten ein lohnendes Geschäft. Für alle? Nicht wirklich, denn die meisten Vermittelten kehren nach spätestens sechs Monaten in die Arbeitslosigkeit zurück, die meisten Jobs enden schon nach drei Monaten. Übrigens: Nur 8 von 100 in Leiharbeit vermittelte Arbeitslose werden vom entleihenden Betrieb fest übernommen. Im Grunde wird die Branche der Zeitarbeit (vielleicht sogar gewollt) unterstützt. Für die Statistik ein echter Joker, denn schon eine Vermittlung von sieben Arbeitstagen gilt als erfolgreiche Vermittlung. In manchen Jobcentern bestehen 70 Prozent der „erfolgreichen Vermittlungen“ aus der Abschiebung in eine Leiharbeit. In Deutschland gibt es über 20.000 Leiharbeitsfirmen, die knapp eine Million Menschen „beschäftigt“, Kritiker sagen auch „ausbeuten“. Dass in dieser Branche dank tariflicher Vereinbarungen und gesetzlicher Sonderregelung kein gesetzlicher Mindestlohn gezahlt werden muss, versteht sich von selbst. Immer wieder veranstalten Jobcenter sehr umstrittene Personaldienstleistungsmessen, Hartz-IV-Empfänger müssen dort vorstellig werden. Ein moderner Sklavenmarkt, politisch gewollt mit finanzieller Förderung für zweifelhafte Beschäftigungsverhältnisse. Sehen Sie dazu ein Video des ARD-Magazins plusminus aus dem Jahr 2013.
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